Aktuelle Informationen im Bereich EEG Gutachten

Aktuelle Informationen im Rahmen der EEG-Begutachtungen 2017

Lieferscheine Gülle

„Lieferscheine müssen den Anforderungen der "Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger" genügen. Als rechtlich genügende Nachweise können auch Rechnungen oder Kontoauszüge als Liefernachweis verwendet werden." Somit sollten zukünftig bei Gülle-/Mistzugängen von Dritten die Vordrucke der LfL: „Aufzeichnung nach § 3 der Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger" verwendet werden. Erhältlich beim zuständigen Amt für Landwirtschaft oder im Internet unter:https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/iab/dateien/verbringungsverordnung_formular3.pdf

Referenzwiegung/-messung Gülle/Feststoffe

Zur Bewertung der Erfassungsgenauigkeit eingesetzter Messgeräte bei einsatzstoffbezogenen Gutachten, sollen auch Prüfungen der Mess- und Wiegeeinrichtungen im Beisein des Umweltgutachters durchgeführt werden. Hierzu können auch die Nachvollziehbarkeit von Pumpleistungen mit der Berechnung zum Volumen bzw. der Oberfläche der Vorgrube zählen. Allgemein wird empfohlen Referenzwiegungen/-messungen mindestens quartalsweise durchzuführen und zu dokumentieren.  Eine dieser Referenzwiegungen/-messungen sollte im Beisein des Umweltgutachters beim Vor-Ort-Termin (i. d. Regel 4. Quartal) stattfinden.

Plausibilisierung Gülleanfall - Güllebonus

Anlagenbetreiber sind in der Nachweispflicht den plausiblen Gülleanfall aus dem Tierbestand (von eigenem Tierbestand oder Zulieferer) nachzuweisen. Sollte der Gülleanfall nicht den Standardwerten (z. B. Rindergülle 7,5 % bzw. Schweinegülle 5%, Gelbes Heft) entsprechen, ist es in vielen Fällen sinnvoll, eine Gülleuntersuchung (TS-Gehaltsbestimmung) zu veranlassen. Festgestellte Abweichungen vom Standardwert sind durch den Anlagenbetreiber plausibel darzustellen.

KWK-Bonus - Belastbare Erfassung von abgenommene Wärmemengen

Bei der Angabe der für den KWK-Bonus relevanten Wärmemenge ist darauf zu achten, dass die Wärmemengen stichtagsbezogen (also i. d. Regel anhand der Zählerstände zum 31.12. der jeweiligen Jahre) erfasst werden. Hierzu wird darauf verwiesen, dass i. d. Regel alle Wärmemengenzähler den Zählerstand zum 31.12. des jeweiligen Jahres speichern. Dieser Wert kann an der Anzeige des Wärmemengenzählers (mindestens im Laufe des Folgejahres) ausgelesen werden, ggf. fragen sie hierzu ihren Heizungsbauer. Sollte die Zählerablesung am 31.12. nicht erfolgen können, ist dies möglichst zeitnah zu diesem Datum durchzuführen und das entsprechende Datum zu dokumentieren. Sollte die Zählerablesung nicht am 31.12. erfolgen und falls eine Wärmenetzverlustberechnung gefordert ist, ist der Nachweis der Einhaltung der 25 % Netzverluste nicht sichergestellt. In diesem Fall ist der Energieversorger darüber im Gutachten zu informieren, dass die Nachweise zur Erfüllung der Anforderungen zum KWK-Bonus nicht allumfänglich erfasst werden konnten.

Trocknungen – Erfassung Art, Menge und Trocknungsleistung

Wird innerhalb eines Wärmenetzes eine Trocknung betrieben, ist der Umfang der Trocknung zu ermitteln und hinsichtlich des Wärmeeinsatzes zu bewerten. Wir weisen Sie darauf hin, auch bei innerhalb eines Wärmenetzes betriebenen Trocknungen Art, Menge und Trocknungsleistung zu dokumentieren (Nachweis z. B. durch Trocknungsbuch). Allgemein ist anzumerken, dass wir auch weiterhin bei den Wärmekunden stichprobenartige Vor-Ort Begehungen durchführen um die aktuellen Zählerdaten abzulesen.

(02.08.2017)

Nachhaltigkeitsnachweise für flüssige Biomasse zur Anfahr-, Zünd- oder Stützfeuerung

Im Rahmen der Einführung von Ausschreibungen für Strom aus erneuerbaren Energien und zu weiteren Änderungen des Rechts der erneuerbaren Energien vom 13.10.2016 (BGBl. I, S. 2258) gilt die Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung ab dem 01.01.2017 für sämtliche durch das EEG geförderte flüssige Biomasse.

Alle Anlagenbetreiber, die für den Betrieb ihrer Anlage Anfahr-, Zünd- oder Stützfeuerung benötigen und hierfür flüssige Biomasse verwenden, benötigen ab dem 01.01.2017 einen Nachhaltigkeitsnachweis. Den Nachhaltigkeitsnachweis erhalten Sie als Anlagenbetreiber von Ihrem Lieferanten der flüssigen Biomasse. Dieser bucht den Nachweis elektronisch auf Ihr Konto, welches in der staatlichen Datenbank Nabisy angelegt ist bzw. wird.

Einer Anmeldung bei Nabisy muss (falls noch nicht erfolgt) eine Meldung bei der Bundesnetzagentur vorangehen. Die Meldebestätigung sowie den Antrag auf Zugang zu Nabisy (finden Sie online unter: http://www.ble.de/DE/02_Kontrolle/05_NachhaltigeBiomasseherstellung/04_Anerkennungen_MusterVordrucke/AnerkennungenMusterVordruckeNachhaltige_node.html ) senden Sie an die BLE. Sie erhalten dann Ihre Zugangsdaten. Lieferanten können, sobald Sie Ihnen Ihre Anlagenbetreibernummer mitteilen, die Nachhaltigkeitsnachweise auf Ihr Konto transferieren. Diese müssen dann von Ihnen periodengerecht auf das Nabisy-Konto des Netzbetreibers überwiesen werden.

Bei Fragen zu Nabisy wenden Sie sich bitte direkt an die BLE.

Um einen Nachhaltigkeitsnachweis ausstellen zu können, müssen sich die Hersteller der flüssigen Biomasse im Rahmen der Biomassenachhaltigkeits-Verordnung zertifizieren lassen, z.B. nach den Systemen REDcert oder ISCC. Bei Interesse können wir Ihnen als zugelassene Zertifizierungsstelle für REDcert gerne weiterhelfen.

(01.12.2016)

EEG 2014

Am 01.08.2014 ist das EEG 2014 in Kraft getreten. Dabei gibt es einige neue Regelungen, die auch für Bestandsanlagen von sehr großer Bedeutung sind. Die wesentlichen Punkte haben wir für Sie zusammengefasst:

 

Höchstbemessungsleistung

Die Höchstbemessungsleistung errechnet sich bei der Anlage entweder anhand der höchsten in einem Kalenderjahr vor 2014 erreichten Bemessungsleistung (in einem Kalenderjahr durchschnittlich eingespeiste Leistung) oder alternativ 95 % der am 31.07.2014 installierten Leistung. Der höhere Wert ist anzuwenden. Dieser Wert stellt zukünftig die EEG-Vergütungsobergrenze dar; eine darüber hinaus gehende Leistung wird nur noch mit dem Strombörsenpreis vergütet.

 

Änderung der Definition Landschaftspflegematerial

NawaRo-Anlagen im EEG 2009 konnten bisher Grünschnitt aus der privaten oder öffentlichen Garten- und Parkpflege oder Straßenbegleitgrün, Grünschnitt von Flughafengrünland und Abstandsflächen in Industrie- und Gewerbegebieten einsetzen und erhielten hierfür den NawaRo-Bonus. Durch den enger gefassten Begriff des Landschaftspflegematerials im EEG 2014 gelten die genannten Materialien nun nicht mehr als Landschaftspflegematerial!

  • Folge: Der Einsatz derartigen Materials in NawaRo-Anlagen (EEG 2009) könnte zum endgültigen Verlust des gesamten NawaRo-Bonus führen
  • Empfehlung daher: kein Einsatz von Rasenschnitt o.ä. in NawaRo-Anlagen ab 01.08.2014!

 

Umlagebefreite Eigenstromnutzung

Bestandsanlagen können ab dem 01.08.2014 nur dann umlagebefreit Strom zur Eigenversorgung nutzen, wenn dies vor diesem Stichtag bereits der Fall war.

 

Zubau Endlager Bestandsanlagen

Neu am Standort der Biogaserzeugung zu errichtende Gärrestlager sind technisch gasdicht abzudecken. Die hydraulische Verweilzeit in dem gasdichten und an eine Gasverwertung angeschlossenen System beträgt mind. 150 Tage (bei Bestandsanlagen sobald ein weiteres Endlager am Anlagenstandort errichtet werden soll).

Ausnahme: bei Einsatz von 100 % Gülle sind die 150 Tage Verweilzeit nicht einzuhalten.

 

Einsatz von Rasenschnitt, etc.

In unserem letzten Rundschreiben teilten wir Ihnen mit, dass sich mit dem EEG 2014 der Begriff des Landschaftspflegematerials geändert hat. Dies hätte den Verlust des NawaRo-Bonus nach sich ziehen können, falls z.B. Rasenschnitt von kommunalen Parkanlagen, Sportplätzen, etc. eingesetzt worden wäre. Inzwischen informierte der Fachverband Biogas e.V., dass sich mit dem Bundeswirtschafts-ministerium auf eine Auslegung dieses Sachverhaltes verständigt wurde. Demnach können in Biogasanlagen weiterhin Pflanzenabfälle aus Gärten, kommunalen Parkanlagen, Sportplätzen und der Landschaftspflege eingesetzt werden, ohne dass der NawaRo-Bonus verloren geht.

 

Anlagenregisterverordnung / Registrierung der Anlage bei der Bundesnetzagentur

Grundsätzlich müssen alle Neuanlagen im Anlagenregister bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Neuanlagen sind die Anlagen, die ab dem 01. August 2014 in Betrieb genommen worden sind.

Bestandsanlagen müssen vom Betreiber nicht gemeldet werden. Die Erfassung erfolgt zu gegebener Zeit aus vorhandenen Datensätzen durch die Bundesnetzagentur.

 

Ausnahmsweise Meldepflicht auch für Bestandsanlagen:

Aufgrund bestimmter wesentlicher Veränderungen, die nach dem 31.07.2014 eintreten, muss der Betreiber einer Bestandsanlage diese in folgenden Fällen bei der Bundesnetzagentur registrieren lassen:

  • Die installierte Leistung der Anlage wird verändert oder die Anlage wird endgültig stillgelegt.
  • Es soll die Flexibilitätsprämie nach § 54 EEG in Anspruch genommen werden.

Das Meldeformular kann auf der Internetseite der Bundesnetzagentur abgerufen werden (www.bundesnetzagentur.de).

 

Wechsel in die Direktvermarktung (Marktprämie)

Bei einem Wechsel in die Direktvermarktung ab dem 01.08.2014 kann die Marktprämie vom Netzbetreiber verlangt werden, wenn die Anlage durch ein Direktvermarktungsunternehmen fernsteuerbar ist. Dies ist der Fall, wenn die jeweilige Ist-Einspeisung abgerufen werden kann und die Einspeiseleistung ferngesteuert reduziert werden kann.